„Königskleidungsmäusemörder“ - Das Große Wiesel

Im Frühjahr passiert es häufiger, dass uns die Wiesel etwas eher über den Weg laufen, weil sie dringend die verbrauchten Reserven auffüllen möchten und ihre Jagd bereits in der frühen Dämmerung beginnen oder auch am Morgen den einen oder anderen Beutezug ausdehnen.

Das Hermelin als Nützling

Der kleine Räuber, dessen Ruf durch einige tatsächlich blutige Raubzüge in schlecht gesicherten Hühner- oder Kaninchenställen mancherorts nicht gut ist, ernährt sich hauptsächlich von Mäusen, deren Gänge er auch als Behausung nutzt. Er gräbt also nicht selbst! Aus diesem Grunde kann man an einer mäusereichen Stelle eventuell durch das Erstellen von Verstecken (Steinhaufen/ Holzstapel mit Kammern) so manchen Wiesel locken!

Das Hermelin ist als Mäusejäger für den Landwirt ein arger Nützling, da es bei etwa 230 g (Weibchen) - 350 g (Männchen) maximalem Körpergewicht meist gleich mehrere Mäuse pro Tag auf seinem Speisezettel benötigt.

Verbreitet ist das Große Wiesel übrigens „eurasisch“ – es kommt also etwa von Spanien bis weit in den Osten vor. In der Literatur wird auch oft erwähnt, dass die Tiere Gewässer mögen! Lurche, Frösche, ja sogar Fische werden als Beutetiere erwähnt – ebenso kleinere Singvögel! Es ist also offenbar nicht wählerisch…

Der „Kleine Bruder“ des Wiesels, das Mauswiesel hat übrigens ähnliche Reviere und steht somit oft in unmittelbarer Konkurrenz zu dem „Großen Wiesel“, seine Verbreitung erstreckt sich aber mehr in den Süden und reicht auch nach Italien, Südspanien bis nach Afrika während für das Große Wiesel der 42 Breitengrad als Südgrenze des Verbreitung angegeben wird!

Wahrscheinlich ist das große Wiesel dank seiner größeren Körpermaße besser in der Lage, auch kalte Klimaperioden zu meistern. Das Mauswiesel bleibt ja auch im Winter braun gefärbt. Man kann das Mauswiesel neben dem meist auffallenden Größenunterschied (Weibchen ca. 50 -110 g, Männchen ca. 80 - 200g) auch an dem braunen „Stummelschwanz“ vom Hermelin (Großes Wiesel) unterscheiden. Letzteres erkennen wir ja auch immer aufgrund seiner schwarzen Schwanzspitze, die aus dem leuchtenden Weiß seines Winterpelzes auch auf Bildern altertümlicher Adliger zu erkennen ist!

Die Reviergröße von einem männlichen Hermelin kann übrigens zwischen 3 und sogar 20 ha liegen, je nachdem, wie die Beute oder die Reviere der umworbenen Weibchen verteilt sind. Die Reviere der Weibchen erreichen meist nur etwa 5-10 ha, was für so ein kleines Tier aber sehr bemerkenswert erscheint! Hermeline wurden in den Alpen übrigens schon in Höhen von etwa 3.000 m beobachtet.

Pelz: das „Winterweiß“ geht mehr oder weniger fleckig in seine braune Sommerfärbung über. Während der Übergang von braunem zum weißen Fell recht schnell verläuft, kann der Frühjahrsfellwechsel durchaus einige Wochen dauern.

Paarung

Vielleicht ist es so, weil sich die Einzelgänger als Wiesel-Paare nicht so oft über den Weg wieseln und der „Wieselmann“ so „viel zu tun“ hat..., jedenfalls beginnt eine lange Paarungsphase, die vom Frühling (April) bis Mitte August reichen soll. Die Jungen werden jedenfalls erst im späten Frühling des darauffolgenden Jahres geboren, weil die befruchteten Eier zunächst in Keimruhe in der Gebärmutterschleimhaut der Weibchen verbleiben (ähnlich wie bei einigen anderen Wildtieren wie Hirschen etc.). Die Tragzeit von der Mutter wird so bis in den optimalen Zeitraum verzögert.

Junge Hermeline sind etwa 3-5g schwer und sehr fein weißlich behaart nach etwa einer Woche bildet sich ein dichterer Pelz. Die Mutter bewegt ihre zunächst blinden Jungen übrigens „per Tragegriff“: Im Nacken befindet sich eine extra lang und dunkler behaarte Stelle, die durch eine gehörige Speckrolle unter der Haut abgepolstert ist! Ab etwa der 4. Woche öffnen sich die Augen und es ist eine besondere Fortpflanzungsstrategie, dass die jungen Weibchen bereits wenige Wochen später durch Männchen gedeckt werden können, so dass sie bereits schwanger aus dem mütterlichen Hause aufbrechen und damit sehr schnell neue Revierpopulationen gründen können!
 

Wer sind denn eigentlich die Verwandten des Hermelins....?

Ein paar Verwandte dieser Familie solltet Ihr schon kennen:

Ein Verwandter, der in Schweden und Norwegen zu Hause ist, erreicht ein Gewicht von bis zu 28 kg und springt bei entsprechendem Hunger sogar Rentiere auf der Jagd an!

Ein anderer Verwandter, der das Lieblingstier von Prof. Dr. Heinz Sielmann war, wird vor allem durch seine elegante Lebensweise am und im Wasser bewundert, wo er spielerisch Fische fängt!

Ein weiterer Vertreter ist wegen seiner Eigenart an Autos die Kabel anzunagen ebenfalls recht bekannt!

Von seinem nächsten Verwandten unterscheidet er sich durch eine grau-braune Färbung und eine weißliche Kehlfärbung, die bei seiner Schwesterart eher cremig ausfällt!

Wisst Ihr wen ich meine? Viel Spaß beim Rätseln,
Eurer Frank
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