"Du Borstenvieh!"

Das Wildschwein ist eins der letzten großen Säugetiere, welches in unseren Wäldern lebt. Selten bekommt man sie zu Gesicht, aber es gibt viele Hinweise auf ihre Anwesenheit.


Körperbau 

Das Wildschwein kann eine Schulterhöhe von 60-100m erreichen und eine Körperlänge von 100-150m. Ein ausgewachsenes Wildschwein kann bis zu 200kg wiegen. Das borstige schwarzbraune (Winter) bis graubraune (Sommer) Fell und die Eckzähne, die das Wildschwein als Wühlwerkzeug und Waffe einsetzt, sind charakteristisch. 


Familie

Nicht nur der Name "Wildschwein", sondern auch dem Foto könnt ihr gewisse Ähnlichkeiten zu unserem Hausschwein entnehmen. Tja, unser rosiger Freund, der auf keinem Bauernhof fehlen darf, stammt ja auch vom Wildschwein ab! Bereits vor etwa 5000 Jahren haben die Menschen begonnen das Wildschwein als Hausschwein zu halten. Seitdem haben sich viele Rassen entwickelt. 


Begrifflichkeiten

Es gibt doch tatsächlich Unterschiede zwischen Hausschwein und Wildschwein allein bei den Begriffen...habt ihr das gewusst?

  Wildschwein  Schwein 
männlich  Keiler  Eber 
weiblich  Bache  Sau 
Kinder  Frischlinge  Ferkel 
Nase  Wurf  Rüssel 


In der Jägersprache gibt es noch so einige Begriffe, die speziell für das Wildschwein genutzt werden. 
Beim nächsten Waldspaziergang könnt ihr damit sicherlich beeindrucken!

Gruppe Rotte 
Ohren  Teller 
Augen  Lichter 
aufgewühlter Boden  Gebräch 
Schlammbad  Suhle 
Gewaff  4 Eckzähne 
Kratzbaum  Malbaum 

Der Malbaum heißt nicht so, weil das Wildschwein dort mit Pinsel und Farbe am Werke ist, aber er markiert ihn dennoch auf seine Art und Weise. Und zwar ist das Wildschwein ein Schlammbad-Liebhaber. Nach dem Baden muss die Schwarte (Haut) erstmal ordentlich "durchgeschubbert" werden. Wenn der Schlamm so an der Schwarte antrocknet, dann fängt es an zu jucken. Deswegen kratzen sich die die Wildschweine (fast so wie es Bären tun) an einem Baum nahe der Suhle. Schaut doch mal, ob ihr beim nächsten Waldspaziergang eine flache Gewässerstelle findet. Wenn dort die Bäume eine dünne Erdschicht tragen, dann habt ihr eine Wildschwein-Wellness-Oase entdeckt. 

Doch keine Angst, dass euch ein Wildschwein den Platz dort streitig machen würde. Wildschweine haben zwar schlechte Augen - achja, Lichter - aber dafür haben sie einen ausgesprochen guten Hör- und Geruchssinn und sind schneller verschwunden als wir sie überhaupt entdecken können. 
Es ist jedoch wichtig, dass ihr euch im Wald auf den Wegen bleibt, da ihr zur Frischlingszeit versehentlich in einen Kessel reinlaufen könntet. Natürlich sind die Wildschweine nicht dabei eine Suppe zu kochen... "Kessel" bedeutet Ruhestätte. Und die Bache tut alles, um ihre Kleinen zu beschützen. 


Kleine Wildschweinchen

bzw. wissen wir ja bereits, dass sie "Frischlinge" genannt werden!
Nachdem im November Paarungszeit war, wobei unter den Keilern gern auch Kämpfe um eine begehrte Bache ausgetragen werden, kommen die Frischlinge nach vier bis fünf Monaten Tragzeit auf die Welt. Normalerweise sind Wildschweine in einer Rotte unterwegs, doch zur Geburt zieht sich die Bache zurück und baut sich ihren Kessel. Dort bringt sie dann drei bis zwölf Frischlinge zur Welt. 
Die Frischlinge sind nicht nur wegen ihrer Größe erkennbar, sondern auch wegen ihrer besonderen Fellzeichnung. Sie haben in Längsrichtung helle Streifen auf ihrem dunklen Fell. Wenn sie ein halbes Jahr alt sind, verschwinden die Streifen. Nach zwei bis fünf Jahren sind sie dann ausgewachsen. 


Ernährung

Wildschweine haben etwas mit den Menschen gemeinsam. Sie sind Allesfresser. Während sie im Frühjahr verschiedene Gräser fressen, ernähren sie sich im Herbst von Nüssen, Kastanien und Eicheln. 
Als Waldbesucher können wir den Speiseort der Wildschweine erkennen. Habt ihr euch schon manchmal gefragt, warum am Wegesrand der Boden aufgewühlt ist, als hätte jemand die Erde umzugraben, um ein neues Beet anzulegen? Das waren die Wildschweine. Sie haben mit ihrem Gewaff den Boden "aufgebrochen" und nach essbaren Wurzeln, Knollen, Pilzen und anderen schmackhaften Dingen gesucht. 


Tipp

Wildschweine fressen furchtbar gern Kastanien. Und ihr habt Spaß am Kastaniensammeln und wisst danach aber nicht wohin mit eurem Schatz? Der Förster in eurer Nähe freut sich sicherlich, wenn ihr ihm eure Beute vorbeibringt... so kann er bei seinem nächsten Streifzug durch die Wälder den Wildschweinen eine Mahlzeit mitnehmen. 




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