Die Solitärbiene

Bienen werden zur Insektenordnung der "Hautflügler" (Hymenoptera) gezählt.
Doch es gibt nicht nur die fleißige Honigbiene, die wohl jeder kennt.

Die Honigbiene ist bekannt für ihren durchorganisierten Staat. Hier lebt die Bienenkönigin (das einzige eierlegende Weibchen) mit ihren Untertanen, die für die Unterbringung der Eier und die Versorgung des Nachwuches verantwortlich ist.
Die Bienenarten lassen sich nach ihrem Sozialverhalten unterteilen. Es gibt im Großen und Ganzen drei Großgruppen:
  - kollektiv bzw. sozial lebende Bienen
[Im Gegensatz zur nächsten Gruppe betreiben sie Brutpflege. Die bekannteste Art sind wohl die Hummeln.        Mehrere Hummelweibchen nutzen eine gemeinsame Nestanlage und schließen sich somit zu größeren Bienenvölkern zusammen. Soziale Bienen leben wie die Honigbiene in einem Staat.]
  - solitär lebende Bienen
[Allein in Deutschland leben ca. 555 Wildbienenarten, und die meisten davon alleine.]
  - und Bienen, die sich den Kuckuck zum Vorbild genommen haben.
[Sie bauen keine Nester wie die anderen. Sie sind eher darauf spezialisiert ihre Brut in Nester anderer zu legen.]


Diesen Monat wollen wir uns besonders den solitär lebenden Bienen widmen.
Diese sog. "Einsiedlerbienen" gehören zur größten Gruppe der Bienen. Die Solitärbienen sind Einzelgänger und kommen im Frühjahr aus ihrer Brutröhre heraus, um für Nachkommen zu sorgen. Sie bauen ohne Hilfe von Artgenossen ihre Nester und versorgen ihre Brut. Es gibt also keine Arbeitsteilung. Die Bienendamen bauen eine Brutzelle nach er nächsten. Nahrung wird in einer Brutzelle angesammelt. Und wenn ausreichend Nektar und Pollenmasse angesammelt ist, wird ein Ei dort hinein gelegt. Um den Nachwuchs vor Feinden zu schützen, wird die Brutzelle mit Lehm verschlossen. Erst dann wird die nächste Brutzelle angefertigt. Wenn dann eine Larve aus dem Ei schlüpft, kann es sich sogleich an dem angesammelten Pollen- und Nektar in der Brutzelle ernähren und sich zur Biene entwickeln. Gestärkt und ausgewachsen kann es dann die Lehmtür aufbrechen. 


Es gibt natürlich viele verschiedene Solitärbienen. Sie lassen sich meist nur schwer identifizieren, da sie optisch nur winzige Merkmale voneinander unterscheiden. Viele sehen auf dem ersten Blick entweder den Honigbienen oder den Wespen ähnlich. Die Färbung und die Musterung der Insektenkörper sind ein Indiz, aber vor allem sind die bevorzugten Nahrungspflanzen unterschiedlich. Viele haben eine einzige Pflanze, auf die sie angewiesen sind.
Man kann die Unterarten nach folgenden Kriterien bestimmen:
  - Anatomie: mittlerweile gibt es sogar eine Software, die eine Biene anhand ihrer Flügeläderung bestimmen kann.
  - Flugzeit: eine Art Ausschlussverfahren. Wildbienen haben meist eine nur sehr kurze Flugzeit. Somit kann man Arten, die in anderen Monaten fliegen, schon mal ausschließen.
  - Fundort: Einige Arten sind nur in bestimmten Biotopen zu finden.
  - Nest: Standort, Größe und Struktur sind eine Sache. Vor allem aber die Nestverschlüsse geben wichtige Hinweise: glatt, rau, hell, dunkel, Lehm, Steinchen, Blattstücke usw.

Wie kann ich Solitärbienen unterstützen?

Den Begriff „Insektenhotels“ kennen bereits einige unter euch. Allein durch die Gartengestaltung kann man den Bienen einen Gefallen tun, da etwa 68% der Bienenarten im Boden nisten. Die anderen Arten bevorzugen Todholz und Baumruinen. Also sollten wir einen Baum, den wir im Garten nicht mehr haben wollen, vor der Entsorgung noch mal genau anschauen. Als „neues“ Heim können wir den Bienen dann Nisthilfen bauen. Am Besten aus Hartholz (Buche, Eiche, Obstbäume). Weiches Holz (z.B. Nadelbäume) quillt bei Feuchtigkeit zu sehr auf und würde die Larven erdrücken. Es gibt auch die Möglichkeit in Ziegelsteine und Tonstücke Löcher zu bohren. So würde man unverrottbare Hotels schaffen. Der Standort der Insektenhotels sollte frei, sonnig und gegen Regen geschützt sein.

(Fotos: Dirk Schotten)
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