Sielmanns Natur-Ranger
Deutschland e.V.
Die Jugendorganisation der Heinz Sielmann-Stiftung
Unser Logo – Gelbe Narzisse und Fichten
Die wild wachsende Narzisse (Narcissus pseudonarcissus) ist die Stammform der überall bekannten "Osterglocke".
Fichte bzw. Rottanne (dies wegen der rötlichen Rinde), Picea abies, wird bis zu 50m hoch und im Schnitt bis zu 200 Jahren alt.
Sie wächst in niederschlagsreichen Regionen Westeuropas. In Deutschland kommt sie nur in der Rureifel -also rund um Monschau- und im Hunsrück vor (und auf dem Team-Emblem des Teams Monschau).
Dazu ein bisschen Geschichte:
Die abgelegenen Bachtäler der Rureifel und die Nebentäler mit den Flüsschen Olef, Perlenbach und Fuhrtsbach wurden schon im 12. Jh. gerodet und dann mehr als 600 Jahre lang als Heuwiesen genutzt. Über parallel zum Hang laufende "Flüxgräben" wurden diese Wiesen im Frühjahr mit schwebstoffreichem Bachwasser gedüngt.
Nachdem sich die Heuernte nicht mehr lohnte, wurden ab etwa 1950 viele der Talwiesen mit Fichten aufgeforstet. Und im Schatten der Fichten und in deren dichter Nadelstreu verschwand die bunte Vielfalt der Wiesenblumen und mit ihnen viele Schmetterlinge, Käfer, Vögel und anderes Kleingetier. Und auch die Narzissen!!
Um diese Fehlentwicklung zu stoppen wurden die Täler unter Naturschutz gestellt und damit begonnen, die Fichten zu entfernen. Jetzt kann man im Frühjahr für ein paar Wochen wieder einige Millionen Exemplare dieser attraktiven Blume bewundern.
Ein bisschen sind die Sielmanns Natur-Ranger an dieser Entwicklung beteiligt, indem sie von Fichten "befreite" Flächen von Naturaufwuchs frei halten. Sie nennen das "Tännchen zupfen". Ein Begriff übrigens, der von den Elsdorfern geprägt wurde.
Die Teams Elsdorf, Dormagen und Overath kommen nämlich sehr gern so 1-2x im Jahr nach Monschau, um weiterhin Fichten und vor allen Dingen den Naturaufwuchs ("Fichtchen" zwischen 10 cm und bis zu 1m Höhe) zu entfernen - zum "Tännchen zupfen" eben. Und natürlich um 1 Tag in frischer, würziger (Wald)Luft zu geniessen.
Sie wächst auf Magerweiden und an Waldrändern, auf verarmten Böden, auf verdichteten und steinigen, auch auf feuchtem Grund, an Moorrändern z.b., fühlt sie sich wohl. Wegen eines quasi eingebauten Frostschutzes verträgt sie auch sehr tiefe Minustemperaturen. Sie ist also vielseitig und robust. Und deshalb ist sie der in Mitteleuropa am weitesten verbreitete Forstbaum.
Übrigens: Die bei Kindern sehr beliebten "Tannenzapfen" sind -korrekt benannt- eigentlich Fichtenzapfen. Ihr Holz wird bei der Papierverarbeitung genutzt, ist als Bau- und Möbelholz beliebt und liefert dem Geigenbauer die besten Böden für seine Meistergeigen. Ausserdem wächst sie relativ schnell.
Aber leider fällt sie bei stürmischem Wind als Flachwurzler auch schnell um. Nicht nur deshalb wird sie in letzter Zeit im Hohen Venn und in dessen Randtälern entfernt. Sie muss weichen, weil die Fichtenmonokulturen sehr anfällig sind gegen Schädlingsbefall, weil im dunklen Schatten dichter Fichtenwälder der Boden "versauert" und darum dort nur sehr wenig Kräuter wachsen und Kleintiere leben - Schmetterlinge z.B. finden sich dort fast keine. Weil sie also die äußerst vielfältige Flora und Fauna dieser wunderbären Hochmoore und wilden Täler unterdrückt. Darum wird sie entfernt. An ihrer Stelle werden Buchen und, an den Bachrändern, Weiden gepflanzt. Und die Torfmoose, die Schmetterlinge, die Libellen, die vielen Blumen und in den Bächen die Forellen kehren zurück.
Und damit sie nicht durch ihre Samen und die dann sozusagen von selbst wieder nachwachsenden Fichtenwälder diesen Prozess wieder umkehren kann, entfernen die Sielmanns Natur-Ranger den kleinen Naturaufwuchs. Und nennen das dann: "Tännchen zupfen".
Habt Ihr Lust bekommen unser Team zu unterstützen? Dann meldet Euch doch einfach. Wir stehen Euch gerne bei allen Fragen zur Verfügung!
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