Sielmanns Natur-Ranger
Deutschland e.V.
Die Jugendorganisation der Heinz Sielmann-Stiftung
Unser Logotier – kleine Hufeisennase und Frauenschuh
Kleine Hufeisennase
Hallo, ich bin Hufi, die kleine Hufeisennase. Lateinisch heiße ich übrigens Rhinolophus hipposideros. Neben meinem Vetter, der großen Hufeisennase gehöre ich zu dem Clan der Hufeisennasen, mit etwa 40 Millimetern Länge und einer Spannweite von maximal 250 Millimetern bin ich aber deutlich kleiner. Am Rücken bin ich graubraun ohne rötlichen Ton, am Bauch grau bis grauweiß. Heißen tue ich übrigens so, weil meine Nase einen keilförmigen Sattel hat. Ich bin sehr selten. Daher stehe ich auf der Roten Liste der in Deutschland bedrohten Arten auf Platz 1 – vom Aussterben bedroht! Regelmäßig findet man mich außer hier um Jena nur noch punktuell in Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt und Bayern. Das liegt unter anderem am Einsatz von Chemikalien in der Landwirtschaft. Außerdem finde ich immer schwieriger geeignete Quartiere, weil heutige Gebäude mir kaum mehr Eintrittsöffnungen lassen.
Da ich Wärme liebe, bevorzuge ich abwechslungsreiche Gebiete an Siedlungsrändern in den Mittelgebirgen und komme auch in bewaldeten Gegenden vor. Als Sommerquartiere dienen mir beispielsweise kleine Tunnel oder Baumhöhlen. Wie alle Vertreter meiner Art hänge ich stets frei (siehe Foto), bin also nie in Spalten oder Löchern verborgen. Gerade hier im Norden meines Verbreitungsgebietes findet man mich häufig auf Dachböden, in Kaminnähe oder in Heizungskellern.
Nachts gehe ich in Laubwäldern und halboffenen Landschaften wie Parks, Alleen, Streuobstwiesen sowie auf Flächen neben Gehölzen an Gewässern und Gebäuden auf Jagd. Aber erst bei völliger Dunkelheit, vorwiegend bodennah in der Vegetation, zwischen den Ästen von Bäumen im Wald oder in Baumreihen bzw. dicht bestandenen Hecken. Die Flughöhe kann zwischen 0,5 Metern über Boden bis zur Krone großer Bäume reichen.. Zur Orientierung im Flug benötige ich nahezu lückenfreie Strukturen von Gehölzen und Hecken. „Freie Flächen von mehr als 200 m Ausdehnung mag ich gar nicht.“ Bei meinem schwirrenden, von häufigen Richtungswechseln geprägten Flug erbeutet ich kleine Insekten (unter 17 Millimetern Körpergröße) hauptsächlich aus den Gruppen Käfer, Fliegen und Nachtfalter. Beim Ablesen der Beute von den Pflanzen kann ich sogar rüttelnd in der Luft stehen bleiben.
Vermehren tun wir von Herbst bis zum kommenden Frühling, wobei es uns im Winter dann doch zu kalt ist und wir das ganze lieber unterbrechen. Kaum jedoch im Frühjahr aufgewacht, geht’s dann zur Sache. Im Frühjahr sammeln sich die Weibchen in Wochenstuben, um ihren Nachwuchs einzeln zu gebären. Die Jungen halten sich gleich nach der Geburt an einer „Scheinzitze“ fest. Schon in den ersten Wochen fliegen die Jungtiere unabhängig von den Müttern auf die Jagd. Je nach Futterangebot werden sie in der sechsten bis achten Woche selbstständig und nach circa einem Jahr geschlechtsreif.
Der Gelbe Frauenschuh,
auch Marienfrauenschuh (die Blüte des Gelben Frauenschuhs wird in Legenden im Zusammenhang mit der Jungfrau Maria erwähnt) oder noch häufiger einfach nur Frauenschuh genannt. Die Form der Blüte führte auch zu dem Namen „Krimhilds Helm“. Der Gelbe Frauenschuh ist eine der prächtigsten wildwachsenden Orchideenarten Europas und steht in allen Ländern unter strengstem Schutz. Er gehört zur Gattung Frauenschuhe (Cypripedium) in der Familie der Orchideen (Orchidaceae).
Der Gelbe Frauenschuh ist eine ausdauernde, krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 15 bis 60 Zentimetern erreicht. Am etwas gebogenen und behaarten Stängel befinden sich drei bis fünf breit-elliptische, stängelumfassende Laubblätter, die nach außen spitz zulaufen. Diese weisen eine Länge zwischen 5 und 13 cm auf. Die hellgrünen Laubblätter zeigen an der Blattunterseite eine feine flaumige Behaarung. Auch die kräftige Nervatur ist deutlich erkennbar.
In der Regel sind die einzelnen Triebe einblütig, oft tragen sie bei gutem Wachstum der Pflanze auch zwei Blüten, selten drei oder vier. Bemerkenswert ist die lange Entwicklungszeit bis zur ausgewachsenen Pflanze. Zuerst wird über den Wurzelpilz (Mykorrhiza) Nahrung aufgenommen. Das erste grüne Blatt wird erst im vierten Jahr angelegt.
Die zwittrigen, zygomorphen Blüten sind dreizählig. Die vier äußeren purpur- bis schokoladenbraunen Perigonblätter sind etwa 5 cm lang. Sie zeigen eine spitz-lanzettliche Form und umgeben breit abstehend den gelben "Schuh". Die schmalen Petalen sind häufig etwas gedreht. Die sehr große, kräftig gelbe Lippe wird von einem inneren Perigonblatt gebildet und zu einem bauchigen Schuh umgeformt.
Er erreicht eine Länge bis ca. 4 cm. Die Blüten des Frauenschuhs zählen zu den größten unserer Flora und stellen die größten Einzelblüten unter den europäischen Orchideen dar.
Es sind zwei Staubblätter fruchtbar.
Der Frauenschuh wird von Insekten bestäubt. Aufgrund seiner kesselfallenähnlichen Bestäubungsvorrichtung ist Selbstbestäubung praktisch ausgeschlossen. Die Samen der Kapselfrüchte werden durch den Wind verbreitet. Im Gegensatz zu den meisten anderen Orchideenarten besitzt der Frauenschuh keine Knollen, er treibt aus einem Wurzelstock.
Bestäubung
Es handelt sich bei dieser Art um eine sogenannte Kesselfallenblume. Insekten, besonders Erdbienen, dringen durch das Loch an der Labellumbasis in den Kessel ein oder fallen in den Kessel, dessen glatte und glänzende Wände (mit Ölüberzug) einen Ausstieg verhindern. Im Kessel bietet die Pflanze den unfreiwilligen Gästen eiweiß- und zuckerhaltige Futterhaare, die sie abweiden. Der einzige Weg aus der Falle führt über den Geschlechtsapparat (Gynostemium) hinweg zu einer fensterartig durchsichtigen Wand, die eine Öffnung vortäuscht. Auf diese Weise wird zuerst die Narbe und dann zumindest eine der beiden klebrigen Pollenmassen berührt. Zuweilen lauern Raubspinnen, wie zum Beispiel Krabbenspinnen, in den Kesseln und machen diese dann zur tödlichen Falle. Die mitteleuropäische Blütezeit des Frauenschuhs beginnt Mitte Mai und dauert bis Ende Juni an.
Vorkommen
Gelber Frauenschuh im Habitat, einem Steppenheidehang in der Rhön (Thüringen).
Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich von Nord-, über Mittel- bis Ost-Europa, über Asien bis Japan, wobei der Gelbe Frauenschuh die einzige natürlich in Deutschland vorkommende Frauenschuhart ist. Bevorzugt wächst er vereinzelt in schattigen Laubwäldern (wie etwa Buchenwälder) oder an buschigen Berghängen bis zu Höhenlagen von 2.000 m ü. NN.
Bekannte Vorkommen werden Jahr für Jahr zur Blütezeit von größeren Menschenmengen besucht. In der Schweiz ist es zum Beispiel das Gasterntal im Berner Oberland. In Österreich ist es das Lechtal, das die größten Vorkommen hat.
Gefährdung
Der Frauenschuh gilt nach der Roten Liste als gefährdet und ist nach der Bundesartenschutzverordnung streng geschützt. Als ursächlich für die Gefährdung wird vor allem die weitreichende Forstwirtschaft gesehen, die eine natürliche Waldentwicklung und -dynamik kaum zulässt. An zu schattigen Standorten bildet der Frauenschuh meist nur Blätter aus und verschwindet nach einiger Zeit ganz. Auch gehen wohl gewisse „Pflanzenliebhaber“ davon aus, den Frauenschuh ausgraben und in ihrem eigenen Garten einpflanzen zu können. Nicht einmal Botaniker wissen genau, welche Standortfaktoren zu einem geeigneten Frauenschuh-Biotop gehören. Die Umstellung auf das Kleinklima eines Gartens verkraften die Pflanzen gewöhnlich nicht und sterben frühzeitig ab.
Fotos aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Geführte Wildorchideen-Erlebniswanderung
19.05.2012 - 20.05.2012 jeweils 10.00 Uhr und 14.00 Uhr
Leutra, NABU-Landesgeschäfststelle
Alljährliche, sehr bürgernahe Wildorchideenführungen im Jenaer Leutratal für interessierte Naturfreunde aus Nah und Fern sind eine Erfolgsgeschichte im Rahmen der gezielten Besucherlenkung und eine Besonderheit des ehrenamtlich getätigten Biotopmanagements in Deutschland. In einer Gemeinschaftsaktion führen Jenaer „Sielmanns Natur-Ranger“ und Mitglieder des NABU seit Jahren in den Monaten Mai/Juni Freunde heimischer Wildorchideen entlang des Hauptweges durch dieses besonders zu bewahrende Naturparadies aus Menschenhand. Das NSG „Leutratal“ mit seinen Halb- und Trockenrasen auf Karstgestein beherbergt mit seinen 27 verschiedenen Wildorchideen das bundesweit artenreichste Wildorchideen-Vorkommen, begeistert Naturfreunde durch seinen „Blütenfeuerwerk“ und seiner Insektenvielfalt. 34 der etwa 60 verschiedenen Wildorchideenarten Deutschlands sind in der reizvollen Landschaft von Jena/Jena-SHK noch nachzuweisen. Sie unter dem Schutz des Wissens und verantwortungsvollem Handeln jedes Einzelnen für zukünftige Generationen zu bewahren, ist Hauptanliegen aller Bemühungen. Ein Vorortbesuch lohnt sich auf jeden Fall.
Treffpunkt für Mitfahrer (Ranger):09.15 Uhr Parklplatz Aldi/Rewe Straba-Haltestelle Lobeda/Ost Klinikum
Rückmeldung über e-Mail: jena@natur-ranger.de oder über die 03641/335153.
Jenaer Ranger-Stammtisch„Fledermaus-und Gebäudebrüterschutz“
23.05.2012 19.00 Uhr
Jena, Neugasse19,Ortsteilbüro Jena-Süd(Büro Tausend Taten e.V.)
Themen:
- Monitoring der Jenaer Fledermauswochenstuben und Kahla,Bürgel, Mellingen;
- Einsatzplanung von Aktionen zum „Langen Tag der Natur“
- Aufgabenzuordnung aller Beteiligten unseres Jenaer Fledermausarbeitskeises;
- Koordination mit IFT, NABU,UNB;
- Öffentlichkeitsarbeit u.a. durch entsprechende Einflußnahme auf Schulprojekte („Schwalben-Projekt“/ Schulflederamusnacht in der IGS „Lobeda“am 29.06.12, fledermausfreundliche Schulprojektwoche der Jenaplan-Schule)sowie
Gebäude-Brüter Aktion „Schwalben Willkommen“
Ich bitte um Rückmeldung bis 21.05.2012 !!!
(Zusage oder Absage)per E-Mail an:
jena@natur-ranger.de
Heimische Wildorchideen und Fledermäuse sind Juwele der Schatzkammer Natur. Wir Jenaer Sielmanns Natur-Ranger sind glücklich, dass unsere landschaftlich reizvolle Umgebung noch 31 Wildorchideenarten und