Sielmanns Natur-Ranger
Deutschland e.V.

Die Jugendorganisation der Heinz Sielmann-Stiftung

Unser Logotier

Der Neuntöter (Lanius collurio) ist ein charakteristischer Vogel strukturreicher und offener Kulturlandschaften. 
Grund sind die Ansprüchen des etwa starengroßen Vogels an seinen Lebensraum. Für seine Ernährung ist er auf Weiden und Wiesen angewiesen in denen er Insekten, hauptsächlich Käfer und Heuschrecken, sowie kleine Nagetiere erbeuten kann. Für eine erfolgreiche Jagd benötigt er zudem Sitzwarten die er in Bäumen und Hecken findet. Landschaften die diese Strukturen aufweisen werden ihm am ehesten durch extensiv bewirtschaftetes Kulturland geboten. 

Derzeit steht die kleine Würgerart in Baden-Württemberg auf der Vorwarnliste der bedrohten Arten und es ist eine Bestandesabnahme zwischen 20 und 50% prognostiziert. Dies liegt zum Größten Teil an Lebensraumverlust durch Intensivlandwirtschaft, Verlust wertvoller Streuobstwiesen und durch großräumige Zerstörung von Heckenlandschaften durch Bebauung. Auch die Anwendung von Bioziden stellt eine ernstzunehmende Gefahr für den Neuntöter dar. 

Von Mai bis September ist er in seinen europäischen Sommerquartieren anzutreffen und auch im Freiburger Rieselfeld sind dann einige Paare zu beobachten. Wie bei vielen Singvögeln gibt es auch beim Neuntöter einen deutlichen Geschlechtsdimorphismus. Das Männchen ist leuchtender gefärbt als das Weibchen. Auffällig ist vor allem der schwarze Augenstreif des Männchens. Das Jugendkleid weist verschiedene Braun- und Beigetöne auf und ähnelt so dem Federkleid des erwachsenen Weibchens. 

Die Legende die unserem Logotier zu seinem Namen verhalf ist sicher allseits bekannt. Es wurde ihm unterstellt, dass er erst neun Beutetiere tötet und aufspießt, bevor er sie verzehrt. Richtig ist, dass der Neuntöter seine Beute auf Dornen aufspießt. Dies tut er jedoch nur zur Vorratshaltung oder um die Nahrung besser verspeisen zu können.





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