Sielmanns Natur-Ranger
Deutschland e.V.
Die Jugendorganisation der Heinz Sielmann-Stiftung
Unser Logotier – Die Mehlschwalbe
In Mitteleuropa brüten insgesamt 4 Schwalbenarten.
Die Uferschwalbe gräbt ihre Neströhren in künstlichen oder natürlichen Steilwänden mit sandigem, tonigem oder lehmigen Boden. Meist findet man die Brutkolonien an Kiesgruben.
Die Felsenschwalbe bevorzugt Gebirgsschluchten und Felsen im Binnenland und ist am wenigsten bekannt.
Die Rauchschwalbe brütet in Viehställen. Dort ist ihr napfförmiges Nest meist unterhalb der Gebäudedecke zu finden. Die Rauchschwalbe fällt durch ihr „rotes Gesicht“ und ihren langgegabelten Schwarz auf.
Wir Mehlschwalben haben einen nur kurz gegabelten Schwanz. Unser Gefieder ist auf der Oberseite blauschwarz und auf der Unterseite weiß. Auffallend ist unser weißer Bürzel, d.h. der weiße Querstreifen auf der ansonsten blauschwarzen Oberseite am Schwanzansatz. Mit „Bürzel“ bezeichnen Ornithologen die Region am Schwanzansatz, da hier die Bürzeldrüsen liegen, die ein Fett zur Gefiederpflege absondern.
Man kann diesen weißen Querstreifen gut erkennen, wenn wir Mehlschwalben am Himmel unsere Runden ziehen.
Wir Mehlschwalben brüteten ursprünglich unterhalb von Felsvorsprüngen. Hier „klebten“ unsere Vorfahren kleine Lehmklümpchen zu einem Nest zusammen. Vor Feinden und vor Regen waren sie hier gut geschützt. Als echte Kulturfolger schlossen sie sich dem Menschen an und nahmen dessen Häuser als Ersatzfelsen an. Sie bauten auch dort ihre Nester unter den Dachvorsprüngen.
Wir Mehlschwalben sind echte Zugvögel. Wir verlassen unsere Heimat im September / Oktober, um südlich der Sahara zu überwintern. Im Folgejahr kehren wir Mitte April bis Anfang Mai zurück. Wir verbringen also etwa 23 Wochen in Deutschland. Diese Zeit nutzen wir, um unseren Nachwuchs aufzuziehen. Um möglichst wenig Zeit bei der Jungenaufzucht zu verlieren, werden zunächst alle vorhandenen Nester von uns besetzt. Der Neubau eines Nestes dauert zwischen 10 und 14 Tage, da zwischen 690 und 1495 Baumaterialklümpchen angebracht werden müssen.
In der Regel legen wir Mehlschwalben 3-5 Eier, die beide Elterntiere 14-15 Tage bebrüten. Je nach Witterung werden die Jungen dann 20-30 Tage von uns gefüttert. Insgesamt füttern wir unsere Jungen zwischen 6500 – 8450 mal, bis sie eigenständig sind!!!
Als Nahrung dienen uns fliegende Kleininsekten wie Mücken, Schnaken, Kleinkäfer, Zweiflügler und Fliegen.
Warum sind wir bedroht?
Es gibt mehrere Gründe. Zum einen wird unsere Landschaft immer mehr versiegelt. Straßen, Dörfer, Städte, Gewerbegebiete usw. dehnen sich immer mehr aus. Offene Hofflächen werden zugepflastert, selbst landwirtschaftliche Betriebe immer „sauberer“. Infolge dessen finden wir Mehlschwalben immer seltener offene Lehmflächen, an denen wir Baumaterial finden können.
Zum anderen haben sich die Häuser verändert. Die moderne Bauweise bietet häufig keinen halt mehr. Die Wände sind zu glatt, sodass das Baumaterial nicht mehr hält. Wir Schwalben bevorzugen daher rauhe Häuserwände. Zudem finden wir immer seltener Freunde unter den Menschen. Viele haben die alten Nester entfernt, verhindern durch entsprechende Bauweise oder sogar Abwehrmaßnahmen, dass wir neue Nester an den Häusern bauen. Die Natur-Ranger konnten bei einer Kartierung feststellen, dass es in Elsdorf-Niederembt einmal 163 Mehlschwalbennester an den Häusern gegeben hat. Die Spuren und Reste verraten dies deutlich. Im Jahr 2005 gab es aber nur noch 32 ! intakte Nester. Einige Hausbesitzer hatten Flatterband unter dem Dach angebracht, um uns Schwalben am Nestbau zu hindern.
Der Grund liegt in der Verschmutzung, die wir Mehlschwalben mit unserem Kot anrichten. Früher war dies normal, heute stört es das Sauberkeitsbewusstsein!
Ferner hat die Landwirtschaft in den letzten 50 Jahren stark verändert. Heute trifft man überall auf „Agrarwüsten“, wo Insektizide etc. eingesetzt werden. Diese aufgeräumte Landschaft bietet immer weniger Insekten Lebensraum, sodass wir Schwalben weniger Nahrung finden.
Noch in den 70er Jahren konnte man in jedem Herbst beobachten, wie wir Schwalben uns auf den Stromleitungen versammelten, um Richtung Süden aufzubrechen. Heute kennen die Kinder dies nicht mehr.
Natürlich kann auch jeder Hausbesitzer uns Schwalben helfen.
Kunstnester sind im Handel erhältlich, können aber auch selber hergestellt werden.
Ferner bieten künstliche Lehmpfützen uns die Möglichkeit, Nistmaterial zu finden.
Eure Mehli
Tipps: Künstliche Nester herstellen
Mehlschwalben nehmen Kunstnester gerne an, vor allem, wenn sie an Orten hängen, wo bereits Mehlschwalbennester sind oder waren. Natürlich kann es auch an Häusern gelingen, wo bisher keine Mehlschwalben brüteten. Dies ist aber in der Regel schwieriger.
Um Kunstnester herzustellen, benötigt man zunächst eine Form. Hier bieten sich Styroporkugel aus dem Bastelgeschäft an. Die Styroporkugel muss zunächst geviertelt werden, damit man ein Viertel an einem rechtwinkeligem Brettchen befestigen kann. Siehe Foto Elsdorf-Projekt1-Foto1.jpg
Anschließend wird bestreicht man die Form mit einer Silikonmasse aus dem Baumarkt. Dies wird nun die Grundform für die Mehlschwalbennester. Wenn die Silikonform nach einigen Tagen getrocknet ist, kann man sie vorsichtig von der Styroporkugel lösen. Nun bildet die Silikonform unsere Vorlage, die man an einem rechtwinkeligem Brettchen anbringt.
Nun rührt man in Wasser eine Masse aus Gips und Sägemehl im Verhältnis 2:1 an. Je 150 ml dieser Masse fügt man einen Teelöffel Holzkohlemehl zu. Hierfür kann man gewöhnliche Grillkohle verwenden.
Alternativ kann man eine Masse aus Lehm und kleingeschnittenem Stroh nehmen. Damit sich die Masse gut formen lässt und später hält, kann man Tapetenkleister hinzugeben.
Die jeweilige Masse trägt man nun ca. 15 mm stark auf die Silikonform auf und lässt dies gut trocknen.
Bitte darauf achten, dass die Mehlschwalben einen Nesteingang benötigen: Entsprechend mit Kartonstreifen einen Eingang aussparen.
Gut ist es ferner, zwei Lochbandstücke einzubauen, damit man die Vorkehrung für die spätere Nestaufhängung hat. Siehe Foto Elsdorf-Projekt1-Foto2.jpg
Die Silikonform nach dem Trocken der Nester den Vorteil, dass man sie gut aus der Lehm- oder Gipsform lösen kann!
Mehlschwalbennester bringt man am besten unter dem Dachvorsprung eines Hauses an. Mehlschwalben bevorzugen einen freien Anflug, sodass sie in der Regel die Nester an der Straßenseite der Häuser bauen. In den Fachbüchern kann man lesen, dass Mehlschwalben eine Mindesthöhe von 4 m und helle griffige Hauswände bevorzugen. Da die Mehlschwalben die Bücher nicht lesen, kann man brütende Mehlschwalben aber auch an dunklen Häusern in 2,5 m antreffen.
Die Uferschwalbe gräbt ihre Neströhren in künstlichen oder natürlichen Steilwänden mit sandigem, tonigem oder lehmigen Boden. Meist findet man die Brutkolonien an Kiesgruben.
Die Felsenschwalbe bevorzugt Gebirgsschluchten und Felsen im Binnenland und ist am wenigsten bekannt.
Die Rauchschwalbe brütet in Viehställen. Dort ist ihr napfförmiges Nest meist unterhalb der Gebäudedecke zu finden. Die Rauchschwalbe fällt durch ihr „rotes Gesicht“ und ihren langgegabelten Schwarz auf.
Wir Mehlschwalben haben einen nur kurz gegabelten Schwanz. Unser Gefieder ist auf der Oberseite blauschwarz und auf der Unterseite weiß. Auffallend ist unser weißer Bürzel, d.h. der weiße Querstreifen auf der ansonsten blauschwarzen Oberseite am Schwanzansatz. Mit „Bürzel“ bezeichnen Ornithologen die Region am Schwanzansatz, da hier die Bürzeldrüsen liegen, die ein Fett zur Gefiederpflege absondern.
Man kann diesen weißen Querstreifen gut erkennen, wenn wir Mehlschwalben am Himmel unsere Runden ziehen.
Wir Mehlschwalben brüteten ursprünglich unterhalb von Felsvorsprüngen. Hier „klebten“ unsere Vorfahren kleine Lehmklümpchen zu einem Nest zusammen. Vor Feinden und vor Regen waren sie hier gut geschützt. Als echte Kulturfolger schlossen sie sich dem Menschen an und nahmen dessen Häuser als Ersatzfelsen an. Sie bauten auch dort ihre Nester unter den Dachvorsprüngen.
Wir Mehlschwalben sind echte Zugvögel. Wir verlassen unsere Heimat im September / Oktober, um südlich der Sahara zu überwintern. Im Folgejahr kehren wir Mitte April bis Anfang Mai zurück. Wir verbringen also etwa 23 Wochen in Deutschland. Diese Zeit nutzen wir, um unseren Nachwuchs aufzuziehen. Um möglichst wenig Zeit bei der Jungenaufzucht zu verlieren, werden zunächst alle vorhandenen Nester von uns besetzt. Der Neubau eines Nestes dauert zwischen 10 und 14 Tage, da zwischen 690 und 1495 Baumaterialklümpchen angebracht werden müssen.
In der Regel legen wir Mehlschwalben 3-5 Eier, die beide Elterntiere 14-15 Tage bebrüten. Je nach Witterung werden die Jungen dann 20-30 Tage von uns gefüttert. Insgesamt füttern wir unsere Jungen zwischen 6500 – 8450 mal, bis sie eigenständig sind!!!
Als Nahrung dienen uns fliegende Kleininsekten wie Mücken, Schnaken, Kleinkäfer, Zweiflügler und Fliegen.
Warum sind wir bedroht?
Es gibt mehrere Gründe. Zum einen wird unsere Landschaft immer mehr versiegelt. Straßen, Dörfer, Städte, Gewerbegebiete usw. dehnen sich immer mehr aus. Offene Hofflächen werden zugepflastert, selbst landwirtschaftliche Betriebe immer „sauberer“. Infolge dessen finden wir Mehlschwalben immer seltener offene Lehmflächen, an denen wir Baumaterial finden können.
Zum anderen haben sich die Häuser verändert. Die moderne Bauweise bietet häufig keinen halt mehr. Die Wände sind zu glatt, sodass das Baumaterial nicht mehr hält. Wir Schwalben bevorzugen daher rauhe Häuserwände. Zudem finden wir immer seltener Freunde unter den Menschen. Viele haben die alten Nester entfernt, verhindern durch entsprechende Bauweise oder sogar Abwehrmaßnahmen, dass wir neue Nester an den Häusern bauen. Die Natur-Ranger konnten bei einer Kartierung feststellen, dass es in Elsdorf-Niederembt einmal 163 Mehlschwalbennester an den Häusern gegeben hat. Die Spuren und Reste verraten dies deutlich. Im Jahr 2005 gab es aber nur noch 32 ! intakte Nester. Einige Hausbesitzer hatten Flatterband unter dem Dach angebracht, um uns Schwalben am Nestbau zu hindern.
Der Grund liegt in der Verschmutzung, die wir Mehlschwalben mit unserem Kot anrichten. Früher war dies normal, heute stört es das Sauberkeitsbewusstsein!
Ferner hat die Landwirtschaft in den letzten 50 Jahren stark verändert. Heute trifft man überall auf „Agrarwüsten“, wo Insektizide etc. eingesetzt werden. Diese aufgeräumte Landschaft bietet immer weniger Insekten Lebensraum, sodass wir Schwalben weniger Nahrung finden.
Noch in den 70er Jahren konnte man in jedem Herbst beobachten, wie wir Schwalben uns auf den Stromleitungen versammelten, um Richtung Süden aufzubrechen. Heute kennen die Kinder dies nicht mehr.
Natürlich kann auch jeder Hausbesitzer uns Schwalben helfen.
Kunstnester sind im Handel erhältlich, können aber auch selber hergestellt werden.
Ferner bieten künstliche Lehmpfützen uns die Möglichkeit, Nistmaterial zu finden.
Eure Mehli
Tipps: Künstliche Nester herstellen
Mehlschwalben nehmen Kunstnester gerne an, vor allem, wenn sie an Orten hängen, wo bereits Mehlschwalbennester sind oder waren. Natürlich kann es auch an Häusern gelingen, wo bisher keine Mehlschwalben brüteten. Dies ist aber in der Regel schwieriger.
Um Kunstnester herzustellen, benötigt man zunächst eine Form. Hier bieten sich Styroporkugel aus dem Bastelgeschäft an. Die Styroporkugel muss zunächst geviertelt werden, damit man ein Viertel an einem rechtwinkeligem Brettchen befestigen kann. Siehe Foto Elsdorf-Projekt1-Foto1.jpg
Anschließend wird bestreicht man die Form mit einer Silikonmasse aus dem Baumarkt. Dies wird nun die Grundform für die Mehlschwalbennester. Wenn die Silikonform nach einigen Tagen getrocknet ist, kann man sie vorsichtig von der Styroporkugel lösen. Nun bildet die Silikonform unsere Vorlage, die man an einem rechtwinkeligem Brettchen anbringt.
Nun rührt man in Wasser eine Masse aus Gips und Sägemehl im Verhältnis 2:1 an. Je 150 ml dieser Masse fügt man einen Teelöffel Holzkohlemehl zu. Hierfür kann man gewöhnliche Grillkohle verwenden.
Alternativ kann man eine Masse aus Lehm und kleingeschnittenem Stroh nehmen. Damit sich die Masse gut formen lässt und später hält, kann man Tapetenkleister hinzugeben.
Die jeweilige Masse trägt man nun ca. 15 mm stark auf die Silikonform auf und lässt dies gut trocknen.
Bitte darauf achten, dass die Mehlschwalben einen Nesteingang benötigen: Entsprechend mit Kartonstreifen einen Eingang aussparen.
Gut ist es ferner, zwei Lochbandstücke einzubauen, damit man die Vorkehrung für die spätere Nestaufhängung hat. Siehe Foto Elsdorf-Projekt1-Foto2.jpg
Die Silikonform nach dem Trocken der Nester den Vorteil, dass man sie gut aus der Lehm- oder Gipsform lösen kann!
Mehlschwalbennester bringt man am besten unter dem Dachvorsprung eines Hauses an. Mehlschwalben bevorzugen einen freien Anflug, sodass sie in der Regel die Nester an der Straßenseite der Häuser bauen. In den Fachbüchern kann man lesen, dass Mehlschwalben eine Mindesthöhe von 4 m und helle griffige Hauswände bevorzugen. Da die Mehlschwalben die Bücher nicht lesen, kann man brütende Mehlschwalben aber auch an dunklen Häusern in 2,5 m antreffen.
Habt Ihr Lust bekommen unser Team zu unterstützen? Dann meldet Euch doch einfach. Wir stehen Euch gerne bei allen Fragen zur Verfügung!
Zum Kontaktformular
Zum Kontaktformular