3 Wochen unter Moschusochsen am Fuße des Nationalpark Dovrefjell-Sundalsfjella

Das Bestwiger Team war 2,5 Wochen in Norwegen unterwegs... lest hier, was sie erlebt haben!
Bereits die Anreise mit dem neuen Fährschiff der Color Line von Kiel nach Oslo war ein erstes Abenteuer. 
Das Schiff glich ehr einem Luxusliner als einer Fähre. Auf 13 Etagen verteilten sich unterschiedlichste Kabinen, Shops, Restaurants, Theater und Spielcasinos, auch eine Wellnessoase mit Massageangeboten und ein Schwimmparadies wartete auf seine Gäste. 

Um 14:00 Uhr hieß es dann in Kiel Leinen los. Ein abwechslungsreicher Nachmittag und eine erholsame Nacht in einer schöne 5 Bettkabine mit Blick aufs Meer ließen uns erholsam am nächsten morgen in Oslo ankomme. 

Am späten Sonntagnachmittag erreichten wir den Campingplatz Magalaupe. Hier schlugen wir für die nächsten Wochen unsere Zelte auf und unternahmen von hier aus mehrere Touren in die nähere und weitere Umgebung. 
Wir wurden herzlich in Empfang genommen und erhielten von unseren Gastgebern viele hilfreiche Tipps. 
Jetzt konnte der Urlaub so richtig Beginnen... 

Besonderes Interesse fanden die aus Grönland abstammenden freilebenden Moschusochsen, die im Nationalpark Dovrefjell - Sundalsfjella ein neues Zuhauses gefunden haben und hier mittlerweile eine stabile Population aufweisen. Bei einer mehrstündigen Wanderung zusammen mit unserem Gastgeber und erfahrenen MoskusGuide Ingmar konnten wir uns an eine weit im Fjell verborgene Herde heranpirschen und tolle Aufnahmen und Eindrücke sammeln. Auf dem Weg zu den Ochsen wurden wir von einigen seltenen Regenbogenpfeifern und jede Menge Lemmingen begleitet. Sebastian fand dann auch noch ein abgeworfenes Geweih von einem Rentier, dass als tolles Souvenir mit nach Hause genommen werden konnte. 
Auch der Polarfuchs ist im Nationalpark zu Hause. Leider verzeichnet seine Population einen stätigen Rückgang so dass vor einigen Jahren auf einer Hochebene unweit des Dovrefjells eine Auswilderungsstation ihre Arbeit begonnen hat. Erste Erfolge lassen sich bereits erkennen und umso mehr freute es uns als wir dann tatsächlich zwei freilebenden Exemplare aus nächster Nähe zu Gesicht bekamen. 

Ein kultureller Höhepunkt war der Tagesausflug zur alten historischen Bergbaustadt Røros, eigentlich "nur" auf der anderen Seite einer Hochebene gelegen, dennoch mehr als 100 km entfernt... nur um mal einen kleinen Eindruck der Naturausmaße zu bekommen :-) 
In Røros wurde bis ins letzte Jahrhundert Kupfer abgebaut. Heute ist sie eine lebende Museumsstadt mit historischen Häusern, Gruben und vieles mehr. In der alten Schmelzhütte ist heute ein authentischer Nachbau vom Weg des Kupferabbaus zu bewundern. 

Viele Touren führten uns auf Schusters Rappen in die atemberaubende und artenreiche Bergwelt mit Seen, Flüssen und steilen Hängen. Die vielen Fotos die auf diesen Touren entstanden können nur einen kleinen Eindruck von der umwerfenden Schönheit und Weitläufigkeit wiedergeben. 
So wanderten wir Beispielsweise auf dem Vårstigen, dem alten Königsweg. Bei genauem hinschauen fand man in den Steinen noch die Auswaschungen der alten Karren und Wagen und stellte sich dann vor wie schwerfällig der Handel und das Reisen in früheren Zeiten gewesen seien musste. In diesen Momenten erschien einem der eigen Rucksack fast schon etwas armseelig. 

Versorgen konnten wir uns zum Teil direkt aus der Natur. Die ersten Blaubeeren verlockten zum Sammeln und auch Birken- und Steinpilze lernten die Teilnehmer kennen und zuzubereiten. Vergessen dürfen wir aber auf keinem Fall unsere Fischabenteuer: Denn auch wenn die wenigsten von uns bis zu dieser Tour mit Fisch, allenfalls in Form von Fischstäbchen, zu tun hatten änderte sich dieses schlagartig. 
Ok, das Angeln braucht Erfahrung und auch ein wenig Glück aber Dank eines Franzosen, der sich als Angelwunder einen Namen machte, mangelte es an frischen Forellen während des ganzen Urlaubs nicht. Aber der frisch geangelte Fisch wollte auch ausgenommen und weiter verarbeitet werden, bevor er über unserem Lagerfeuer zum perfekten Abendschmaus wurde. 
Tja Wildnisurlaub eben... aber man kan es lernen .... und es lohnt sich, denn nichts ist so erfrischend wie ein beherzter Schritt über die eigenen Grenzen... 

Die Zeit verging wie im Flug und nach 2,5 Wochen hieß es dann Abschied nehmen. Über die Trollstiegen und den Geirangerfjord ging es zurück nach Oslo und mit der Fähre weiter nach Kiel. 

Fazit dieser tollen Tour: Wir haben viele neue Erfahrungen gesammelt und Freundschaften geknüpft, die uns in der weiteren Natur-Ranger Arbeit bestärken werden. Und gerade in den Weiten der norwegischen Wildnis ist uns bewusst geworden wie unwichtig unsere "Alltagsprobleme" meistens doch sind und wie Recht Konfuzius hatte als er sagte "Die Menschen stolpern nicht über Berge sondern über Maulwurfshügel" 

Danke an alle die uns diese Wildnisexpedition ermöglicht haben!!



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