Geo-Tag der Artenvielfalt am Grünen Band

vom 13. – 14. Juni 2003
Arterfassung – Exkursionen Umweltmarkt im Unteren Eichsfel
Zu diesem besonderen Anlass, der auf der Heinz Sielmann-Stiftung stattfand, durften natürlich auch die Natur-Ranger nicht fehlen. Ranger aus Hamburg, Magdeburg und Duderstadt waren vor Ort und sowohl erlebten sie ein umfassendes Begleitprogramm als auch wirkten sie bei der Arterfassung mit.
Zum Verständnis: Das Grüne Band stellt ein bundesweit bedeutendes Entwicklungsgebiet im Unteren Eichsfeld (Weilrode bis Freienhagen) auf einer Länge von 53 km dar. Zwischen intensiv ackerbaulich genutzten Flächen der teilweise lössüberdeckten Buntsandsteinflächen stellt der Grenzstreifen mit Halbtrockenrasen, Hochstaudenfluren, Feuchtbiotopen und Kleingewässern einen wertvollen Rückzugsraum für gefährdete Arten dar.

Der 5.Geo-Tag der Artenvielfalt wurde vom Magazin GEO mit dem BUND als Partner an 7 Standorten entlang des Grünen Bandes durchgeführt.

Die Idee des GEO-Tages der Artenvielfalt war es, in einer bundesweiten 24-Stundenaktion in begrenzten Gebieten möglichst viele verschiedene Tiere und Pflanzenarten zu entdecken. Der Geo-Tag der Artenvielfalt hat sich mittlerweile zur größten Feldforschungsaktion in Mitteleuropa entwickelt.

 Die Veranstaltung im Eichsfeld wurde von BUND Thüringen, BUND Niedersachsen und von der Heinz-Sielmann-Stiftung organisiert und vom NABU Eichsfeld unterstützt.

Am ersten Tag wurden wir zur Nacht der Fledermäuse eingeladen. Besucher, Mitglieder des BUND und natürlich wir Ranger erfuhren Interessantes über die kleinen Wesen. Das ganze durch Spiele aufgepeppelt lotste uns Rómulo Aramayo durch die Nacht. Da wir nun auch die fliegenden Säugetiere mit eigenen Augen sehen wollten, spazierten wir auf vielen kleinen Wegen durch den Wald bis wir an einer kleinen Lichtung innehielten. Nach einer kleinen Einweisung in die Handhabung der Ultraschalldetektoren, die Fledermausrufe für uns Menschen hörbar machen, hielten wir die Detektoren in die Luft. Als ob es die Fledermäuse riechen würden ließen sie zunächst lange auf sich warten. Doch unser Warten wurde belohnt. Zu später Stunde flatterten dunkele Gestalten über unsere Köpfe hinweg. Ob es nun Zwergfledermäuse oder Große Mausohren, vielleicht aber sogar ein Großer Abendsegler war, der gerade gesichtet wurde, konnte anhand der unterschiedlichen Ruftöne ungefähr bestimmt werden. Um ca. 22Uhr endete die Exkursion. Die extra angereisten Ranger waren ziemlich müde und so gingen wir in unsere Zelte schlafen.

 Doch wir ließen es uns nicht nehmen schon ganz früh morgens, nämlich bereits um 5.30Uhr, wieder auf der Matte zu stehen. Die Äuglein aufzuhalten war nicht gerade einfach, aber ein schöner Morgenspaziergang durch einen einzigartigen Wald entschädigt doch einiges. Wir waren unterwegs auf einer Vogelstimmenexkursion. Mit dem Spezialisten Karl-Joseph Merten erkundeten wir die Vogelwelt. Interessant war es zu bemerken wie schnell Vögel munter werden und das Gezwitscher immer bunter, lauter und mehr wurde. Da war es dann natürlich ziemlich schwierig für blutige Anfänger einzelne Vogelstimmen rauszuhören. Doch Herr Merten imitierte die Stimmen und zeigte uns aus welcher Richtung sie kamen. Somit fiel es einem zwar leichter, dennoch muss man ein wirklich geübtes Ohr haben. Ich glaube aber, dass durch solche eine Exkursion man selber beim nächsten Waldspaziergang mehr auf die schönen Vogelstimmen achten und bemerken wird, wie unterschiedlich diese sein können; auch wenn man sie keinem Vogel zuordnen kann. Als wir dann gegen 8Uhr zur Stiftung zurückkehrten, wartete bereits ein leckeres Frühstücksbuffet.

 Den weiteren Vormittag nutzten wir zum Ausruhen. Die angereisten Ranger erkundeten das für sie noch unbekannte Gelände und einige von uns lauschten den Begrüßungsworten Heinz Sielmanns und anderen wichtigen Personen. Nach einem Mittagsimbiss beschäftigten wir uns nun endlich mit der Arterfassung. Mit Andreas Thiel untersuchten wir das „Leben in Tümpel, Bach und Weiher“. Mit Keschern bewaffnet entnahmen wir dem Gutsteich (ein ehemaliger Löschteich) mehrere Gewässerproben und Kleinlebewesen. Beides untersuchten wir später unter Mikroskopen. Andreas hatte sogar ein spezielles Mikroskop, der mit einem Fernsehmonitor verbunden war. So konnten auch mehrere Besucher gleichzeitig in die Wasserwelt schauen. Nebenbei erklärte Andreas Wissenswertes, was bei einigen einen „Aha-Effekt“ verursachte.

  Mit spezieller Literatur bestimmten wir alle Lebewesen, die wir in unseren Kescheraktionen gefangen hatten, und hielten ihre Namen in einer Liste fest. Die Zeit verging ziemlich schnell. Gegen 19:00 Uhr war Abschluss der Datenerfassung. Leider mussten die Hamburger und Magdeburger Ranger wieder abreisen. Wir Duderstädter ließen es uns aber nicht nehmen noch beim gemeinsamen Grillabend richtig zu schlemmen. Das hatten wir uns wirklich verdient!!!

Eure Miriam
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